Zwei Tippelbrüder und eine geldgierige Verwandtschaft

Die Laiendarsteller der Theatergruppe Medlingen erheitern mit Spielwitz und Humor ihr Publikum.

Copy-20of-20IMGP6056Die beiden Tippelbrüder Kalle und Wolle auf der Suche nach einem Schlafplatz.

„Tolldreiste Brüder“, ein Schwank in drei Akten von Beate Irmisch, stand in diesem Jahr auf dem Programm der Theatergruppe Medlingen zum ersten Adventswochenende. Bereits bei der ersten Vorstellung am Samstagnachmittag amüsierten sich die Besucher köstlich über das mit Witz und Humor vorgetragene Spiel der Darsteller in der Gemeindehalle.

Gekonnt und mit großer Spielfreude setzte das Laienspielerensemble die Handlung um Geldgier und familiären Erbschaftsauseinandersetzungen in Szene, wobei die umsichtige Regie von Rudolf Gansel dafür sorgte, dass die Inszenierung durch darstellerische Disziplin und großartiger Interpretation der einzelnen Rollen überzeugte.

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Zum Inhalt: Die beiden Tippelbrüder Kalle (Manfred Tausend) und Wolle (Dominik Gansel) sind eigentlich nur auf der Suche nach einem geeigneten warmen Schlafplätzchen für die Nacht und landen dabei prompt auf dem Hof vom alten Onkel Batschi. Dort finden sie eine Überraschung vor. Mit einem Abschiedsbrief an seine lieben Verwandten liegt Onkel Batschi tot in der Küche. Kurz darauf rückt die Verwandtschaft in Gestalt der beiden Ehepaare Wilfriede (Renate Wiedemann) und Götz Rührig (Gerhard Gerstmaier) sowie Schorsch (Josef Kapfer) und Monique Kapinski (Elisabeth Taglang) an, weil es ja wohl allerhand zum Erben gibt. Wenn es aber ums liebe Geld geht, sind Eigenschaften wie Pietät, Freundlichkeit oder Rücksichtnahme natürlich völlig fehl am Platz, was auch die beiden Tippelbrüder Kalle und Wolle am eigenen Leibe zu spüren bekommen.

Daher geben sie gegenüber der Verwandtschaft auch ihre wahre Identität nicht preis und schlüpfen bedingt durch die Ähnlichkeit von Kalle mit dem Verblichenen in die Rolle des Hausherrn und seiner Geliebten. In weiteren Rollen glänzen Christl Brenner als Ärztin Clementine Geistreich und Julia Mayer als Sparkassenangestellte Hanni Eifel. Das Publikum belohnt beinahe jeden Szenenwechsel auf der Bühne mit Beifall und Heiterkeitsbekundungen. Dem Ensemble gelingt mit gekonntem Spielwitz der Angriff auf die Lachmuskeln der Besucher.

Dabei binden die Darsteller das Publikum in die heitere Handlung mit nachdenklichen Zügen mit ein, sodass mancher Besucher das Stück als gar nicht so weit weg von der Realität empfinden mag.

Die Charaktere der einzelnen Rollen sind sehr gut besetzt und die einzelnen Akte sind auch zeitlich sehr gut eingeteilt. Eine gelungene sehenswerte Inszenierung in einem sehr ansprechenden Bühnenbild.

Dem Publikum hat das kurzweilige Spiel einmal mehr gefallen, was auch heuer mit kräftigem Schlussbeifall belohnt wurde.