Wie funktioniert Notwasser-Versorgung

Wenn das zentrale Wasserwerk am Ortsrand von Sontheim ausfällt, dann sitzen die Einwohner von Bächingen, Medlingen und Sontheim bald auf dem Trockenen. Der Zweckverband will jetzt das Thema Notwasserversorgung angehen und lässt sondieren, wie viel ein Gutachten zur Problemlösung kostet.

Als die Bürger vor Jahresfrist um ihre Meinung im Hinblick auf eine zentrale Entkalkungsanlage gefragt wurden, spielte die Notwasser-Versorgung schon einmal eine Rolle. Aber es war eine eher untergeordnete. Damals wollte oder sollte Hermaringen mit unter den Rettungsschirm. Angedacht war eine Versorgungsleitung zu den Quellen der Landeswasserversorgung in Burgberg. Die Bürger lehnten die zentrale Entkalkungsanlage und somit eine Mischung der Wasservorkommen ab.

Damit war Hermaringen auch nicht mehr im Boot und das Thema Notwasserversorgung fürs erste wieder in der Schublade gelandet. In der öffentlichen Sitzung der Verbandsversammlung der Wasserversorgung Brenzgruppe am Donnerstagabend vor gut besetzten Zuhörerstühlen betonte Bürgermeister Matthias Kraut als Verbandsvorsitzender, dass „der Zugang zu sauberem Wasser lebensnotwendig ist“ und „die Sicherung desselben Bestandteil der Daseinsvorsorge ist“.

Die Grundwassergewinnung geschieht aus zwei nebeneinander liegenden Brunnen. Der Abstand beträgt gerademal sechs Meter. Bei einem Ausfall beider Brunnen könne der Zweckverband nicht auf eine Notwasserversorgung zurückgreifen. Kraut sprach sich für eine Konzeptstudie aus, die auf jenem Gutachten aufbauen soll, das in Sachen zentrale Entkalkung bereits genutzt wurde.

Gerne hätte Kraut es in der Sitzung gesehen, wenn die Abgesandten der drei Gemeinden die drei Bürgermeister Matthias Kraut, Roland Grandel und Stefan Taglang beauftragt hätten, Angebote für so eine Konzeptstudie einzuholen und den Zuschlag zu erteilen. Am Ende wurde anders entschieden.

„Wie müssen wir uns so eine Notwasserversorgung vorstellen? Rollt die Feuerwehr einen Schlauch aus oder kommt das Wasser in Tankwagen?“ wollte Sabine Malisi (Sontheim) wissen. Matthias Kraut sah die Feuerwehr hier nicht gefragt, denn es gehe um Hygiene-Vorschriften: Welche Dimension müssten diese Schläuche bei 8000 Einwohnern im Versorgungsgebiet haben und wie ist das mit der Keimfreiheit? Das erwähnte Gutachten bedürfe noch wesentlicher Ergänzungen und Konkretisierungen, fand Kraut.

„Und wie viel soll das kosten?“ wollte Reiner Lindenmayer (Sontheim) wissen. Dass ihm hier die Erfahrungswerte fehlen, gestand der Verbandsvorsitzende ein und hielt aber 5000 Euro für denkbar. Walter Unseld (Brenz) hielt diese angestrebte Untersuchung für „Unsinn“: „Wenn etwas passiert, braucht man eine Wasseraufbereitungsanlage.“

Stefan Taglang (Medlingen) verwies darauf, dass bislang alles gut gegangen sei: „So eine Untersuchung wäre schon notwendig, denn sie solle uns sagen, was im Notfall unternommen werden muss. Das Gutachten sollte aber keine 50 000 Euro kosten.“

Viel Geld ließe sich nach Meinung Reiner Lindenmayers sparen, wenn man den Gutachter fragen und beauftragen würde, der schon das Gutachten in Sachen Entkalkung erarbeitet hatte. Die letzten 50 Jahre war alles gut gegangen. Von daher sah Bürgermeister Roland Grandel (Bächingen) jetzt keine Dringlichkeit und befürwortet die Einholung von Angeboten. Auf der Verbandsversammlung im Sommer kommenden Jahres könne man dann immer noch den Auftrag erteilen. Im übrigen sei ja immer noch der Weg zur Unteren Wasserbehörde offen. Sie sollte doch sagen können, wie man das Problem Notwasserversorgung lösen sollte.

Bürgermeister Matthias Kraut lenkte ein und bekam den einstimmigen Auftrag, zu dem erwähnten Behördenkontakt und zur Klärung der Frage, was so ein Anschlussgutachten kostet.

Info: Das Ergebnis kommt dann am 18. Juni 2015 auf den Tisch, wenn um 18.30 Uhr die nächste Versammlung des Zweckverbands Brenzgruppe beginnt.