Wasserenthärtung? Der Zweckverband verzichtet

Beim Wasserwerk Sontheim wird keine zentrale Wasserenthärtungsanlage für einen Millionen-Betrag errichtet. Der Wasserverband Brenzgruppe trug das Vorhaben einstimmig offiziell zu Grabe. Und das in Rekordzeit.

Die Sitzung am Dienstagabend im Rathaus, an der die Abgesandten der Gemeinden Bächingen, Medlingen und Sontheim unter Vorsitz von Bürgermeister Matthias Kraut (Sontheim) teilnahmen, war die kürzeste in der Verbandsgeschichte und dauerte gerade mal acht Minuten.

Matthias Kraut brachte zunächst jenen Wahlsonntag, 22. September, in Erinnerung, als in den erwähnten Orten neben der Bundestagswahl auch eine Bürgerbefragung vorgenommen wurde. Bei einer Wahlbeteiligung von 75 Prozent votierten 80,1 Prozent der Bürger gegen den Bau einer zentralen Wasserenthärtungsanlage. Ein Bürgerentscheid in der Sache sei wegen der in Bayern und Baden-Württemberg unterschiedlichen Kommunalverfassung nicht möglich gewesen. Bindend sei das Ergebnis der Befragung für die örtlichen Ratskollegien nicht gewesen. Natürlich wolle man sich nicht dagegen stellen, wenn die Bürger es nicht wollen, sagte Kraut sinngemäß. Im Übrigen sei das Quorum von mehr als 40 Prozent übertroffen worden.

Diese zentrale Wasserenthärtung sei nie auf dem Vorhabenprogramm des Zweckverbandes gestanden, rief Kraut in Erinnerung. Nun sei es an der Zeit, abschließend zu entscheiden. Der Verbandsvorsitzende beantragte, weder den Bau noch den Betrieb einer zentralen Wasserenthärtungsanlage zu realisieren. Ohne weitere Aussprache stimmten alle am Ratstisch diesem Antrag zu.

Zwei Fragen bekam die Verbandsverwaltung anschließend als Hausaufgabe mit: Thomas Haide (Sontheim) wollte wissen, was aus der angestrebten Notwasserversorgung wird? Sabine Malisi (Sontheim) erkundigte sich, wie lange es dauert, bis die Feuerwehr im Notfall so eine Notwasserversorgung aufgebaut hat. Beide Fragen werde man 2014 auf einer ordentlichen Verbandsversammlung beantworten, stellte Matthias Kraut in Aussicht.

Zu den drei Gemeinden wollte – wie damals berichtet – auch Hermaringen stoßen und von der Wasserenthärtung profitieren. Vor zwei Jahren hatten die Bürger für so eine Anlage votiert und müssen jetzt eine separate Lösung anstreben.