Standing Ovations für die Soft-Pop-Singers

Als wären sie niemals weg gewesen: die Soft-Pop-Singers. Der Chor, der sich im Mai 2012 offiziell aus dem Kreis der Chöre verabschiedet hatte, war am vierten Advent wenigstens für ein Konzert zur Weihnachtszeit wieder da und die, die eine Karte ergattern konnten, ganz hin und weg.

Die Klosterkirche Obermedlingen war so dicht besetzt, dass selbst bei den Stehplätzen keiner umfallen konnte. Bernd Hegele aus dem Chor hatte in kurzen Wortbeiträgen diesen noch lange nachklingenden Abend eröffnet und an seinem Ende an (die Mitsängerin) Brigitte Schmidt erinnert, die exakt vor einem Jahr an schwerer Krankheit gestorben war. Ihr widmeten die Soft-Pop-Singers und die mehreren hundert Besucher das innig gesungene, 1818 für die Christmette in Oberndorf bei Salzburg von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr geschriebene „Stille Nacht“.
Dieser Abend war eine gelungene Mischung aus „Best of“ des Chores und neu einstudierter Stücken. Wer hätte gedacht, dass am gleichen Tag Udo Jürgens starb, von dem die Soft-Pop-Singers drei Lieder in diesem Konzert aufführten?

Etwas gehandicapt war Chorleiter Eckart Hehrer, nahezu stimmlos und erkältet, nahm er schluckweise seinen Hustentee und dirigierte dennoch engagiert wie immer. Und sein Akkordeon spielte er virtuos. Passend zum Kirchenraum erklang als Erstes „Das Wort Gottes“, um dann die „Sterne der heiligen Nacht“ klanglich funkeln zu lassen. „Feliz Navidad“ bekam dann richtig großen Beifall.

Chor und Konzertbesucher ließen danach gemeinsam „Süßer die Glocken nie klingen“. Später wurde gemeinsam der irische Segen gesungen: „Möge die Straße uns zusammenführen.“

Im Anschluss wurden Erinnerung wach bei dem Hit: „A Weihnacht, wie’s früher war“. Traumhaft war nicht nur die Darbietung sondern auch der „Weiße Winterwald“ und die oft besungene „White Christmas“ ließ die Zuhörer träumen. Die Combo und der Chor sind aufeinander eingespielt und lassen jeden spüren, Singen und Musizieren gehören einfach zusammen und machen wirklich viel Spaß.

In einem Konzert in dieser Umgebung darf das „Ave Maria“ nicht fehlen und dann kam einer von vielen anderen Höhepunkten des Abends: „der Andachtsjodler“ oder aber das „Vater unser“. Als besonders innig empfunden wurde die „Friedenshymne für die Kinder der Welt“, die unlängst Welturaufführung in Günzburg hatte und für die Eckart Hehrer eine äußerst gefällige Melodie entwickelt hatte. Der Komponist ließ zunächst in der Percussion anklingen, dass vor dem Frieden viele Kämpfe getobt haben und dass Kinder machtvoll für den Frieden marschieren können. Sie wollen doch in einer heilen Welt Leben. „Frieden ist für alle wichtig wie das Brot, marschiert für eure Zukunft, eine Zukunft ohne Not“, hatte die Liederdichterin Elisabeth Flott geschrieben. Für diese Hymne gab es den erwartet starken Applaus.

Momente später setzte das Abendläuten der Klosterkirche ein. In den letzten Glockenschlägen wurde jedem gewahr, wie schnell die 90 Minuten vergangen waren. Es wurde keine Zugabe gewährt. Sie bestand vielmehr in den Emotionen, als „Stille Nacht, heilige Nacht“ erklang und viele Saiten zum Klingen brachte. Ja – so sieht Weihnachtsfreude aus!

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Zu einem großen Ereignis wurde am Abend des vierten Advents in der Klosterkirche zu Obermedlingen das Advents- und Weihnachtskonzert der Soft-Pop-Singers unter ihrem Dirigenten und Komponisten Eckart Hehrer (rechts am Akkordeon).