Brenzer Ortsumfahrung jetzt freigegeben

Die Sontheimer Osttangente, die um die Orte Brenz und Medlingen führt, wurde jetzt offiziell eingeweiht und ist ab sofort für den Verkehr freigegeben.

Bei dieser Feierstunde im eisigen Wind waren erfreulich viele Brenzer und Sontheimer, aber auch Einwohner aus Medlingen und Bächingen gekommen. Seit der Eröffnung der Ortsumfahrung von Brenz und Medlingen seien beide Ortskerne spürbar vom Durchgangsverkehr entlastet worden. Gleiches verspreche man sich von der Osttangente, die den Schwerverkehr von Sontheims Hauptstraße abziehen soll.

Bürgermeister Matthias Kraut hielt Rückschau auf zweieinhalb Jahre Bauzeit: 5,1 Millionen Euro habe die fast eineinhalb Kilometer lange Straße gekostet. Dankbar sei man dem Land für beachtliche Zuschüsse. 70 Prozent der Baukosten übernehme der Staat: Das seien 3,56 Millionen. Eine solche Finanzierung werde man so schnell nicht wieder bei einem Millionen-Projekt bekommen, ahnte Kraut.

Sontheims Rathauschef fasste die Baugeschichte in dem Slogan zusammen: „Lange geplant – schnell gebaut“. Doch treffe die Schlagzeile nur bedingt zu: In den letzten Jahrzehnten nahm der Schwerverkehr innerorts wie auf der Landesstraße zwischen Hermaringen und Medlingen stark zu. Viel hätten die Bürger zu leiden und zu ertragen gehabt. Doch erst mit der Vollendung der B 492 hätte man sich an die Verwirklichung der Osttangente machen können.

Schon zu Zeiten seines Amtsvorgängers Peter Welsch sei die Entlastung der Ortsdurchfahrt immer wieder ein Thema gewesen, sagte Kraut. Bis zur Aufnahme der Bauarbeiten an der Osttangente mit dem Bau der Pont du Saint Valery en Caux sei es „ein allerdings mühsamer und langer Weg gewesen“.

Das Gemeindeoberhaupt dankte allen am Bau beteiligten Planern, Firmen und Behörden und würdigte die nachdrückliche Unterstützung seitens der Politik.

„In die Festfreude mischt sich die Erwartung, dass es nun bald zum Lückenschluss zwischen Hermaringen und Brenz kommt,“ sagte Kraut und sah im Blick auf diese Straße „dringenden Handlungsbedarf“. Parallel zum Planfeststellungsverfahren müsste durch Bund und Land der Straßenbau finanziell abgesichert werden: „Der Lückenschluss muss hohe Priorität haben und zeitnah verwirklicht werden.“

Landrat Thomas Reinhardt verbreitete in seiner Rede Zuversicht: „Für Anfang 2015 hat uns der Regierungspräsident den positiven Abschluss des Planfeststellungsverfahrens versprochen und eine zügige Umsetzung der Baupläne zugesagt.“ Reinhardt gratulierte den Sontheimern zu „der sehr weisen Entscheidung, diese Straße zu bauen“. Sie biete neue Chancen für die innerörtliche Entwicklung. Jede Einweihung einer Straße von dieser Bedeutung sei wichtig für die Gemeinde aber auch für den Landkreis. Für die Neugestaltung der Hauptstraße seien die B 492 und die Osttangente wichtige Mosaiksteinchen.

Seitens des Planungsbüros Gansloser sprach Ingenieur Ulrich Mäck von dem Glücksgefühl, das einen Planer erfüllt, „wenn sein von ihm geplantes Vorhaben eingeweiht wird“. Seit 1990 habe man immer wieder Überlegungen zur Neuordnung des Schwerverkehrs angestellt. Immer sei es um eine direkte Verbindung zur (geplanten) B 492 gegangen.

Die Pfarrer Josef Link (katholisch) und Rolf Bareis (evangelisch) sprachen das Weihegebet und segneten die Festversammlung und (in Abwesenheit) alle, die künftig auf der Osttangente unterwegs sein werden.