Bekommt die Stiftskirche Konkurrenz?

Wie Medlingen ein Vorranggebiet für Windkraft verhindern will
(Von Katharina Gaugenrieder, Donauzeitung)

48 Hektar sind es, die im Regionalplan Augsburg als Vorranggebiet für Windkraft auf Flur der Gemeinde Medlingen neu ausgewiesen werden sollen. Doch das gefällt der Gemeinde gar nicht. In der gleichen Sitzung, in der diese Woche auch Zöschingen einen Antrag auf Nichtausweisung eines Vorranggebiets stellte und damit Erfolg hatte (wir berichteten), ging es auch um einen Antrag der Medlinger auf Nichtausweisung eines Vorranggebietes. Das liegt in der Nähe des Viehhofs, an der Strecke zwischen Medlingen und Sachsenhausen im sogenannten Medlinger Hart. In diesem Bereich wollte ein Investor im Jahr 2013 bereits fünf Anlagen mit 200 Metern Höhe errichten. Damals hatte die Kommune das gemeindliche Einvernehmen verweigert und einen vor Jahren gefassten Grundsatzbeschluss bekräftigt, wonach es keine Windräder auf Medlinger Flur geben soll.

Die Argumente waren damals ähnlich wie die, die Medlingen nun mit Blick auf das neue Vorranggebiet ins Feld führte. Unter anderem hatte die Gemeinde in ihrer ausführlichen Stellungnahme Bedenken wegen des Artenschutzes geäußert. Wie Franziska Hübner in der Sitzung erklärte, seien hier Fledermäuse, der Rotmilan und der Schwarzstorch genannt. Von der Höheren Naturschutzbehörde sei die Fläche allerdings als mit dem Artenschutz vereinbar eingeschätzt worden.

Daneben hatte Medlingen argumentiert, dass man starke Bedenken im Bereich des Denkmalschutzes hege, nachdem sich die regional prägende Stiftskirche in Obermedlingen in unmittelbarer Nachbarschaft befindet. „So ein Denkmal mit einer derartig großen Sichtbarkeit gibt es wahrscheinlich zwischen Augsburg und Ulm nicht mehr“, sagte Bürgermeister Stefan Taglang gestern im Gespräch mit der DZ. Argumentiert hatte die Gemeinde aber auch mit der ihrer Ansicht nach zu geringen Windhöffigkeit. Hierzu erklärte Hübner, dass dies im Regionalplan keine Rolle spiele. Es handle sich lediglich um eine Angebotsplanung. „Ob da tatsächlich Anlagen gebaut werden, ist eine ganz andere Frage.“ Betrachten müsse man dabei auch, dass mit einem Voranschreiten der Technik die Windkraft künftig auch bei niedrigeren Windgeschwindigkeiten wirtschaftlich sein könnte.

Insgesamt, sagte Hübner, sehe sie derzeit keine fachlichen Gründe, die gegen die Fläche sprechen. Weil aber die Stellungnahmen der Fachbehörden aus der strategischen Umweltprüfung noch nicht vorlagen, stellte der Regionale Planungsverband den Antrag vorerst zurück.

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